Hängesteg bridgingMZAMBA, Südafrika

Bauherrschaft bridgingMZAMBA - Community Steering Committee, Mzamba, Südafrika
Architekten buildCollective - NPO for Architecture & Development, WienFachhochschule Kärnten, Österreich
Planung 2013-2014
Realisierung 2014-2015
Bausumme 0.2 Mio. Fr.
Leistungen Tragwerk:
Projektierung
Realisierung
Auszeichnungen - Prix Acier 2016 - Schweizer Stahlbaupreis
- European Steel Bridge Award 2016 -
Sonderpreis "Special Social & Research Award"
- AfriSam-Preisträger Kategorie D -
Sustainable Social Programme
- Blue Award 2016 (International Student Competition
for Sustainable Architecture)
Publikation Ein aussergewöhnlicher Brückenschlag
Themen BrückenbauSeiltragwerkStahlbauInfrastruktur

Das Benefiz-Projekt bridgingMZAMBA bezeichnet die Planung und anschließende Realisierung einer Fußgängerbrücke in der Nähe von Port Edward, Südafrika. Die Brücke überspannt den Fluss Mzamba und verbindet die beiden Seiten der Mzamba Schlucht, um der Bevölkerung der ärmeren Seite Zugang zu Infrastrukturen wie Schule oder Krankenstation auf der anderen Flussseite zu ermöglichen. Das Bauwerk wurde in Kooperation der FH Kärnten und Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure geplant und durch buildCollective und das Mzamba-Steering Committee umgesetzt. In enger Zusammenarbeit mit der lokalen Gemeinde und Stammesältesten der Region konnten im Vorfeld die Anforderungen definiert und alle notwendigen Vorraussetzungen für den Bau geschaffen werden.

Aus statischer Sicht handelt es sich um ein Seiltragwerk mit zwei Pylonen, die das Bauwerk in drei Felder unterteilen. Von den Tragseilen sind Stahl-Hohlprofile als Bügel abgehängt, auf welchen der Gehweg aufliegt, bestehend aus Stahlprofilen in Brückenlängsrichtung und einem Holzrost. Unterhalb der Gehwegebene befinden sich die Stabilisierungsseile.

Bei der Planung des Brückentragwerks wurde das exponentielle Verhältnis zwischen Spannweite und Grösse der Kräfte resp. des Materialverbrauchs berücksichtigt und eine entsprechend optimierte Lösung erarbeitet. Es gelang, eine Brückenkonstruktion zu entwerfen, deren zwei Pylone ausserhalb des Flussbetts positioniert sind. Die Höhe der Pylone ermöglichte zudem durch eine geeignete Wahl des Stichs eine Minimierung der Horizontalkräfte. Dass die Montage der Konstruktion durch mehrheitlich unausgebildete Helfer erfolgt, wurde bereits in der Planung berücksichtigt: Die Pylone wurden als aufgelöste Fachwerke aus L-Profilen mit einfachen Schraubverbindungen konzipiert. Diese wurden am Boden zusammengefügt und schliesslich aufgerichtet, den Hebeprozess unterstützte ein Gelenk am Pylonfuss. Die Vorfertigung der Stahlbauteile erlaubte eine witterungs- und baustellenunabhängige Produktion und anschließende Verzinkung unter kontrollierten Bedingungen und förderte somit einen zuverlässigen Korrosionsschutz, der in der Küstenregion nahe dem Indischen Ozean eine wichtige Voraussetzung für die Langlebigkeit der Konstruktion darstellt.